Was kann man gegen extreme Nackenschmerzen machen

Ca. 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet im Laufe des Lebens mindestens einmal unter Nackenschmerzen. Dabei sind verspannte, überlastete Muskeln der häufigste Auslöser für Beschwerden, dicht gefolgt von Haltungsproblemen oder Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates. Aber auch in Folge einer Verletzung, Infektion oder seelischem Stress, kann es zu extremen Nackenschmerzen kommen.

In der Regel richtet sich die Behandlung der Schmerzen nach ihren Ursachen. Beschwerden, die verspannungsbedingt sind, lassen sich sehr gut durch eine Wärmebehandlung, z.B. Rotlicht oder Wärmepackungen, lindern. Da diese Beschwerden meist nach einigen Tagen von selber abklingen, können begleitend auch leichte Schmerzmittel, z. B. Paracetamol oder Ibuprofen, eingenommen werden.

Ebenfalls entspannend sind physikalische Anwendungen, z. B. Ultraschall- oder Strombehandlungen, die aber vom Arzt verordnet werden müssen. Sie fördern die Stoffwechselprozesse und somit die Durchblutung, was entkrampfend und schmerzlindernd wirkt.

Der Auslöser vieler Nackenschmerzen, die schwache Muskulatur, kann sehr gut über gezielte Krankengymnastik gestärkt werden. Unterstützend können hier Massagen wirken, die die Muskulatur lockern und beweglicher machen.

Zunehmend kommen heute aber auch moderne Behandlungsmethoden, wie die Chiropraktik, zum Einsatz. Hier wird die Halswirbelsäule durch leichten Druck des Therapeuten animiert sich zu bewegen und die Muskeln zu denen. Allerdings führen diese Behandlungsmethoden selten zu einem langfristigen Erfolg, wer also über immer wiederkehrende Schmerzen klagt, ist mit einer Physiotherapie besser bedient.

Werden Nackenschmerzen von den Nervenwurzeln verursacht, reichen einfache Schmerzmittel oft nicht mehr aus. Helfen auch stärkere Schmerzmittel nicht und die Muskeln sind zudem verspannt, sollte der Arzt nach Muskel-Relaxantien gefragt werden. Diese Mittel wirken schmerzlindernd und entspannend zugleich.

Früher wurde bei Nackenschmerzen häufig das Tragen einer Halskrause als heilungsfördernd angesehen, heute werden Halskrausen nur noch bei einem Schleudertrauma verordnet, um die Halswirbelsäule zu stabilisieren. Ansonsten wirkt sich das Tragen einer Halskrause eher ungünstig aus, weil sich, durch die erzwungene Ruhigstellung des Nackens, die Gefahr vergrößert, dass die Schmerzen chronisch werden. Denn neben Überanstrengung, ist übertriebene Schonung genauso schlecht für den Nacken.

Es ist deshalb wichtig, auch am Arbeitsplatz auf genügend Bewegungspausen zu achten und stundenlanges Starren auf den Bildschirm zu vermeiden. Zudem sollte eine wirbelsäulenfreundliche Sitzposition eingenommen werden, d. h. gerader Nacken und Bildschirm in Augenhöhe. Evtl. sollte auch die Sehkraft überprüft werden, denn die durch eine Sehschwäche bedingte verkrampfte Haltung, kann auch zu Nackenschmerzen führen.

Daneben ist auch die Wahl der richtigen Matratze und eines Kissens, welches den Nackenbereich im Schlaf gut stützt, ein wichtiges Kriterium, um Schmerzen zu behandeln oder erst gar nicht entstehen zu lassen.