Was tun gegen Kopf- und Nackenschmerzen bei Kindern

„Mama, mir tut der Kopf so weh!“ Diesen Satz hören immer mehr Eltern immer öfter. Starke oder regelmäßig wiederkehrende Kopf- und Nackenschmerzen bei Kindern sind keine Seltenheit und bedürfen einer raschen ärztlichen Abklärung. Stellen sich die Kopfschmerzen als sekundär heraus, haben sie eine andere Krankheit als Ursache. Das kann zum Beispiel eine Erkältung oder eine unentdeckte Fehlsichtigkeit sein.

Aber auch eine Gehirnhautentzündung oder ein Gehirntumor kann den Kopf empfindlich schmerzen lassen. Ist die Grunderkrankung geheilt, gehören auch die Kopfschmerzen der Vergangenheit an. Anders sieht es bei primären Kopfschmerzen aus, die selbst die Krankheit darstellen. Die häufigsten Formen sind hier der Spannungskopfschmerz und die Migräne.

Der Alltag ist auch für Kinder stressig geworden. Hohe Anforderungen in Schule und Freizeit überschneiden sich mit schwierigen Familiensituationen. Fehlende Bewegung an der frischen Luft und übermäßiger Fernseh- und Computerkonsum erhöhen das Risiko für Kopf- und Nackenschmerzen erheblich. Kinder leiden auf andere Weise unter dieser Erkrankung als ihre Eltern. Der Schmerz wird unterschiedlich erlebt und Kinder vertragen weit weniger Medikamente als Erwachsene. Deshalb wird in erster Linie nichtmedikamentös therapiert, soweit dies möglich ist.

Oft reicht bei einer leichten Kopfschmerzepisode schon etwas Entspannung im ruhigen und eventuell auch dunklen Zimmer aus, damit sich das Kind besser fühlt. Bei größeren Kindern hilft es, Pfefferminzöl auf die Schläfen aufzutragen oder einen kalten Waschlappen auf die Stirn zu legen . Auch positive Ablenkung kann leichte Kopfschmerzen verschwinden lassen.

Bei immer wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson eine Behandlungsmöglichkeit. Kindern lernen hier den eigenen Körper über den Muskelapparat kennen. Einzelne Muskeln werden kurze Zeit angespannt und entspannt. Nach und nach sinkt die Schmerzempfindlichkeit des gesamten Körpers. Die ganze Familie kann dieses Programm gemeinsam in einem Kurs erlernen und für sich nutzen. Ein weiterer Therapieansatz ist die „Fantasiereise“. Die Patienten benutzen ihre Vorstellungskraft, um sich positive Situationen vorzustellen und dem Schmerz durch tiefe Entspannung und Ablenkung die Macht zu nehmen.

Leidet das erkrankte Kind an Migräne oder starken Spannungskopfschmerzen, kann eine medikamentöse Behandlung angezeigt sein. Die beiden gängigsten Medikamente im Kindesalter sind Ibuprofen und Paracetamol. Beide liegen als Zäpfchen, Saft, Granulat oder in Tablettenform vor, sodass die Verabreichung in jedem Alter unproblematisch ist. Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) ist für Kinder nicht empfehlenswert. Auch Selbstmedikation wird besser vermieden. Der behandelnde Kinderarzt wird nach Abklärung der Kopfschmerzen einen Behandlungsplan erstellen und ihn der Familie an die Hand geben.